Tag 08, Sa. 30 Juni 2007
Das Wetter hat sich nicht wirklich verbessert, also schwingen wir uns - mittlerweile in Regenkombis wasserdicht verpackt – gar nicht so gut gelaunt auf die Böcke. Unser Urlaub ist quasi vorbei, und irgendwie muss das jetzt nicht sein. Ist aber so.
Auf dem Weg in Richtung Fähre stellen wir bei unserer Mittagspause zwei Dinge fest: Erstens: Es regnet nicht mehr. Raus aus den Regenkombis!
Zweitens: Richies Hinterreifen zeigt Zähne… Aus der seit Tagen zusehends glatter werdenden Pelle gucken mittig rundherum die Metalldrähte der Karkasse heraus. Na prima. Wir überlegen und diskutieren eine Weile und fahren erst mal weiter. 60 km noch bis zur Fähre. Passt schon. Beim Burnout dauert´s ja auch ewig bis der Pneu platzt. In Skien versuchen wir am Samstagnachmittag noch einen Reifenhändler zu finden, der geöffnet hat. Keine Chance, war auch ein bisschen klar. Also nehmen wir wehmütig die letzten 20 km bis zum Fährhafen unter das Gummi, bzw. den Draht.
Alex bekommt am Fährhafen noch ein Ticket und muss also doch nicht wie befürchtet nach Dänemark schwimmen. Nebenbei erfahren wir bei der Information, dass eine Sturmwarnung für die Überfahrt vorliegt. Prost Mahlzeit. Das mit dem Essen lasse ich mal sein, wer weiß, wer weiß… Die Fähre ist randvoll, einige Wohnmobile dürfen nicht mehr mit. Hoffentlich gehört das von gestern Abend dazu… Wir geben uns doppelt Mühe beim Verzurren der Motorräder, so wie das auf der relativ ruhigen Hinfahrt schon geschaukelt hat… Die Fähre legt ab und wendet im Hafenbecken, wir sitzen auf dem Achterdeck und blicken wehmütig auf Norwegen zurück… … …
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In den Passagierräumen herrscht reges Treiben, alle Schlafmöglichkeiten sind belegt. Noch hält sich das Wetter, und so bleiben wir vorerst auf dem Achterdeck. Während die norwegische Küste langsam am Horizont verschwindet, taucht die Abendsonne das Meer und den locker bewölkten Himmel in romantische Farben. Wir fühlen uns mehr als wehmütig, und doch unglaublich entspannt und erholt. Die sechsstündige Überfahrt nach Hirtshals verläuft so ruhig wie es nur sein kann, nichts, aber auch gar nichts von einem Sturm. Man sagt dieser Region nach, sie sei unberechenbar.
Das hat sich bewahrheitet, zu unserem Besten. Eine Stunde bevor wir in Hirtshals ankommen geht über Dänemark der Mond als riesiger orangefarbener Ball auf und zieht uns mit seinem Farbenspiel in den Bann. Richie hat den scheinbar einzigen Liegestuhl an Deck zu seinem Bett erkoren, Alex schlummert im BW-Schlafsack auf einer Bank an der Achterreling, Sebastian und ich versuchen eine Mütze Schlaf auf ein Paar Holzbänken zu erwischen.

